Luftaufnahmen
Schon immer wollte ich mal ein Flugmodell bauen, um damit Luftaufnahmen machen zu können. Leider hatte ich nie ein Modell, das sich dafür
eignete. Entweder flogen sie zu schnell oder der Rumpf und die Flügel waren zu klein, bzw. der Fotoapparat zu gross. So nahm ich am letzten
Wochenende meinen CHARLY hervor und begann zu messen und zu wiegen. Das Ergebnis war ermutigend: Ich könnte 180 Gramm Blei aus der
Nase entfernen und wenn ich den Fotoapparat (230 Gramm) an der richtigen Stelle einbaue, so bräuchte ich nur noch 50 Gramm Blei zum Auswiegen.
Mit dem heissen Draht schnitt ich das Styropor heraus, um den Apparat möglichst tief in den Flügel zu
versenken. Leider ist eine Steckverbindung (Stahlzunge) im Weg, sonst hätte der Apparat ganz im Flügel versenkt werden können. Ich machte den Ausschnitt um 5 mm grösser
und kleidete alles mit EPP aus. Das hat den Vorteil, dass der Apparat ganz satt eingebaut werden kann und die Öffnungen mit der Zeit nicht
"ausleiert".
Der Auslöser (kleine Rudermaschine) wurde auch im Flügel, neben dem Fotoapparat, versenkt. Um alles etwas windschlüpfriger zu machen, wurde vor
und hinter dem Apparat ein Keil aus EPP angeklebt. In diesem Keil ist eine Sperrholzleiste eingelassen, um die Schrauben für die Gummis
aufzunehmen. Alles wurde dann mit Oracover bebügelt. Da man ja nicht immer Luftaufnahmen machen möchte und auch beim Erstversuch nicht gleich den Fotoapparat verwenden will, machte ich mir noch
einen Ballastteil aus EPP. Den beschwerte ich durch Bleizugabe so lange, bis er gleich schwer war, wie der Fotoapparat. Um zu verhindern, dass bei
einer härteren Landung der Fotoapparat sich aus dem Flügel verabschiedet, wird alles mit 2 Gummi festgehalten.
Den ersten Flug habe ich inzwischen absolviert. Die Kameraauslösung funktioniert
gut. Das Modell ist gut steuerbar und dürfte durch den Keilaufbau nicht gelitten
haben Ob die Bilder etwas geworden sind, wird sich zeigen. Ich werde auf jeden
Fall davon berichten, sobald der Film voll ist und die Aufnahmen vorliegen.
Es funktioniert!
Da meine ersten Flüge
wegen mangelndem Aufwind nur so ca. 30 - 40 Meter über dem Grund stattfanden,
war ich skeptisch, ob die Aufnahmen auch scharf genug werden würden. Hier ist
der Beweis, dass sich auch mit einem ganz einfachen Fotoapparat (ohne automatische
Entfernungseinstellung) brauchbare Bilder machen lassen. Diese Fotos entstanden
am Mittelalbis (oberhalb Hausen a. Albis) Mitte März 2002. Man sieht recht gut
die Modellflugzeuge am Boden und sogar das Gummiseil.